"KüstenKunst und MeerMalerei.
Auf den Spuren von Dangaster Künstlern."

 Kunstführer erstellt für die Kurverwaltung Nordseebad Dangast

 

 


„Granit-Phallus“ von Eckart Grenzer und „Kaiserstuhl“
von Butjatha (Anke Diekmann, 2004)

Dangast war und ist Aufenthaltsort vieler Künstler, auf die der Ort eine magische Anziehungskraft ausübt. Das Alte Kurhaus ist Anlaufstelle für Künstler, die sich in Dangast inspirieren lassen. Ein Sitzplatz im großen Saal bietet einen Blick auf Küste und Kunst: Zeugen der Happenings in den 1970er Jahren sind drei Kunstwerke von Schülern Josef Beuys. Am Strand verewigte sich Anatol Herzfeld mit der Plastik „Die Jade – 2. Versuch“. Sie bildet zusammen mit dem „Kaiserstuhl“ von Butjatha und dem „Phallus“ von Eckart Grenzer „eine Gerade, eine Demarkationslinie von gestaltender Kreativität, die nicht wiederholbar erscheint“.

 

Zur Expo 2000 schufen Künstler entlang der Küste unter dem Motto „Kunst am Deich“ zwischen Dangast und Mariensiel sieben Skulpturen aus Stein, die sich mit der Schöpfungsgeschichte auseinandersetzen. Komplettiert wurde der „Skulpturenpfad“ durch sieben weitere Plastiken zwischen Varel und Eckwarderhörne zum Thema Sintflut.

 

Die „Stolpersteine“ markieren Besonderheiten in Dangast, die die Kunst- und Bauhistorie, den Naturraum und die Kultur- und Siedlungsgeschichte betreffen: Eckart Grenzers „Fenster zur Marsch“, eine Stele aus Granit mit Steinquader-Bank, steht am Gröningsweg. Zur Erinnerung an die Bedeutung Dangasts für die geografische Vermessung Nordwestdeutschlands wurde der „Gauß-Stein“ errichtet. Zwei senkrecht aneinander gelehnte Steinplatten geben von der Kurhauspromenade die Sicht auf den Jadebusen frei: Die Plastik „Das Tor zum Watt“ fokussiert den Blick auf die versunkene Kirche. Der „Friesendom“, eine aus vier Granitsäulen bestehende Skulptur Grenzers, erinnert an sieben im Jadebusen versunkene Inseln.


„Fenster zur Marsch“ von Eckart Grenzer
(Anke Diekmann, 2004)

 

Die Kunst in Dangast wird weiterhin durch den „Kunstpfad“ bereichert: Bildtafeln erschließen die Wirkstätten der Brücke-Maler. Erich Heckel (1883-1970), Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) und Max Pechstein (1881-1955) fanden in der bewusst gesuchten Abgeschiedenheit der nahezu unberührten Natur Inspiration für ihre expressive Malerei.

 

 
„Das Tor zum Watt“ von Eckart Grenzer
(Anke Diekmann, 2004)

Der Maler Franz Radziwill (*1895) lebte und arbeitete bis zu seinem Tod 1983 in Dangast. Heute ist sein Wohnhaus ein kleines Museum, eine Art „begehbare Biografie“, in dem die Besucher das Leben des wohl bedeutendsten Malers der Region und sein künstlerisches Schaffen nachvollziehen können. Die Galerie-Willy-Hinck in der Strandvilla Irmenfried bildet ein Archiv mit unzähligen Fotografien und Bildern von Willy Hinck (1915-2002). Der als Freiberufler zum Zeichner und Kunstmaler avancierte Autodidakt wohnte seit 1950 in Dangast. In seinen Werken erfasste und setzte er die Küstenregion gestalterisch um.

 

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Anke Diekmann M.A.